
Ein wichtiger Schritt für Gleichberechtigung und Chancengleichheit: An weiterführenden Schulen und in Jugendzentren der Bildungsregion Bamberg sollen Menstruationsprodukte künftig unkompliziert und kostenlos zugänglich sein.
Menstruation gehört zum Leben – dennoch sind Binden und Tampons nicht überall selbstverständlich verfügbar. Der Jugendkreistag Bamberg möchte das ändern und setzt sich für einen niedrigschwelligen Zugang zu Menstruationsartikeln ein. Mit der symbolischen Übergabe der ersten 30 Spender im Landratsamt Bamberg wurde nun ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der Initiative erreicht.
Spender für Schulen und Jugendzentren
Die Idee entstand bereits 2023. Jetzt werden die ersten 30 Menstruationsartikelspender einschließlich einer Erstbefüllung mit Binden und Tampons bereitgestellt.
Zehn Spender sind für Real- und Mittelschulen im Landkreis Bamberg vorgesehen. Die Finanzierung übernehmen der Jugendkreistag, die beteiligten Gemeinden und die Soroptimistinnen. Weitere 20 Spender sollen in Jugendzentren der Bildungsregion aufgestellt werden. Hier beteiligen sich der Jugendkreistag, der Landkreis und die Gesundheitsregion Plus an der Finanzierung.
Wenn Hygieneartikel zur finanziellen Belastung werden
Wie wichtig das Angebot ist, zeigen die in der Pressemitteilung genannten Erhebungen: An 73 Prozent der Schulen und Jugendzentren in der Bildungsregion Bamberg werden bislang keine Periodenprodukte bereitgestellt oder sie sind nur auf Nachfrage erhältlich.
Fehlende oder nicht bezahlbare Menstruationsprodukte können den Alltag erheblich erschweren. Die Initiative soll finanzielle Hürden abbauen und verhindern, dass Mädchen und junge Frauen wegen fehlender Hygieneartikel vom Unterricht, von Freizeitangeboten oder vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden.
Gleichzeitig soll das frei zugängliche Angebot dazu beitragen, offener über Menstruation zu sprechen und das Thema weiter zu enttabuisieren.
Ein Zeichen für mehr Gleichberechtigung
Bettina Hensel, ehemalige Sprecherin des Jugendkreistags und Initiatorin des Projekts, betonte bei der Übergabe, dass niemand wegen fehlender Menstruationsprodukte ausgeschlossen werden sollte. Die Spender sollen konkrete Unterstützung leisten, finanzielle Belastungen reduzieren und zu mehr Offenheit beitragen.
Auch Landrat Johannes Maciejonczyk würdigte das Engagement der Jugendlichen. Sie hätten ein wichtiges gesellschaftliches Thema aufgegriffen und setzten sich wirksam für Gleichberechtigung und Chancengleichheit ein.
An der Übergabe nahmen neben dem Landrat und Bettina Hensel auch Vertreterinnen und Vertreter des Landratsamts sowie der Soroptimistinnen des Clubs Bamberg Wilde Rose teil.
Das langfristige Ziel: Versorgung überall
Die ersten 30 Spender sind ein Anfang. Langfristig möchte der Jugendkreistag erreichen, dass an allen weiterführenden Schulen und in sämtlichen Jugendzentren der Bildungsregion Bamberg kostenfreie Menstruationsartikel unkompliziert zur Verfügung stehen.
Damit zeigt das Projekt, wie kommunales Engagement und die Initiative junger Menschen ganz praktisch dazu beitragen können, den Alltag gerechter zu gestalten.
Quelle: Landratsamt Bamberg, Pressemitteilung vom 20. Oktober 2026.


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