Ab August 2028 soll ein neues Nahverkehrskonzept für den Landkreis Bamberg gelten. Geplant sind häufigere Taktverbindungen auf den Hauptachsen und Rufbusse, die kleinere Orte besser an Buslinien und Bahnhöfe anbinden.
Der Landkreis Bamberg stellt seinen öffentlichen Personennahverkehr neu auf. Der Kreistag hat am 20. Oktober 2026 mit breiter Mehrheit die Grundpfeiler des neuen ÖPNV-Konzepts beschlossen. Im Mittelpunkt stehen künftig drei Bausteine: Schülerverkehr, regelmäßiger Taktverkehr und bedarfsorientierte Rufbusse.
Das Ziel: Das Angebot soll sich stärker am tatsächlichen Mobilitätsbedarf der Menschen orientieren und auch außerhalb der klassischen Schulverkehrszeiten sowie am Wochenende besser nutzbar sein. Ab dem 1. August 2028 soll das neue Konzept vollständig greifen.
Hauptachsen mit regelmäßigem Takt
Die Planung sieht zwei zentrale Verkehrsachsen vor: eine Nord-Süd-Achse mit der Bahn und eine Ost-West-Achse mit dem Bus. Ergänzt werden sie durch Haupt-, Neben- und Ergänzungsachsen.
Nach dem Beschluss des Kreistags sollen die Hauptachsen künftig alle 30 bis 60 Minuten bedient werden. Auf den Neben- und Ergänzungsachsen ist ein Stundentakt vorgesehen.
Die geplanten Betriebszeiten:
- Montag bis Donnerstag: 5 bis 20 Uhr
- Freitag und vor Feiertagen: 5 bis 22 Uhr
- Samstag: 7 bis 22 Uhr
- Sonntag: 8 bis 20 Uhr
Das Angebot soll im Regionalbusverkehr rund 1,6 Millionen Fahrplankilometer pro Jahr umfassen.

Rufbusse als Ergänzung für kleinere Orte
Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Konzepts ist der Rufbusverkehr. Er soll dort zum Einsatz kommen, wo eine reguläre Linienverbindung aufgrund geringerer Nachfrage nicht wirtschaftlich oder zweckmäßig wäre.
Die Rufbusse sollen nach vorheriger Bestellung fahren und kleinere Ortsteile besser mit den jeweiligen Gemeindehauptorten, den Taktachsen und Bahnhöfen verbinden.
Welche konkreten Routen und Bedienzeiten dafür vorgesehen sind, ist noch offen. Darüber soll der Kreistag im Dezember 2026 entscheiden.
Kosten und weitere Planung
Für den neuen Nahverkehr werden derzeit jährliche Kosten von etwa 11,8 bis 13,5 Millionen Euro prognostiziert. Belastbare Aussagen zu den tatsächlichen Ausgaben und Einnahmen sollen erst möglich sein, wenn die Verkehrsleistungen ausgeschrieben wurden.
Mit dem neuen Konzept möchte der Landkreis die Mobilität für seine rund 150.000 Einwohnerinnen und Einwohner verbessern und den öffentlichen Nahverkehr stärker an den unterschiedlichen Bedürfnissen im ländlichen Raum ausrichten.
Bis zur geplanten Einführung im August 2028 stehen somit noch weitere Entscheidungen an – insbesondere zur konkreten Ausgestaltung des Rufbusangebots.
Quelle: Landratsamt Bamberg, Pressemitteilung vom 20. Oktober 2026.


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