🕐 –:– Uhr ♥ 🌤️ — °C ♥ Wetter Obermain

Wie ein überraschender Anruf, ein bisschen Flugangst und ein Weihnachtsurlaub unser Leben verändert haben.

„Bist du betrunken?“

Manchmal beginnen die Geschichten, die einen Menschen nachhaltig verändern, mit einem einzigen Anruf. Bei uns war es im August 2024 so weit.

Mein Mann Norbert hatte auf Facebook Bilder eines Bekannten gesehen, der auf Fuerteventura Urlaub gemacht hatte. Die Bilder beeindruckten ihn so sehr, dass er die Insel unbedingt selbst kennenlernen wollte.

Und so rief er mich eines Tages während einer Pause bei einem Gig an und verkündete, dass wir Weihnachten auf Fuerteventura verbringen würden.

Meine Begeisterung hielt sich zunächst in Grenzen. Meine erste Frage war ungefähr, ob er noch ganz bei Trost sei. Oder, um es etwas direkter auszudrücken: „Bist du betrunken?“

Aber Norbert meinte es ernst. Also begannen wir, nach einem passenden Urlaubsangebot zu suchen.

Zunächst sollte es natürlich das Rundum-sorglos-Paket sein: fünf Sterne, All-inclusive, beste Lage – wenn schon, denn schon! Allerdings holte uns die Wirklichkeit ziemlich schnell auf den Boden zurück. Das Ganze konnten wir uns schlicht nicht leisten.

Also strichen wir die fünf Sterne. Und je länger wir suchten, desto mehr stellten wir fest, dass wir eigentlich gar keinen Luxus brauchten. Ein kleines Apartment, ein Bungalow oder eine einfache Unterkunft würden es doch auch tun.

Wir entdeckten schließlich ein Angebot für einen Apartmentkomplex in Corralejo. Eine Woche für ungefähr 700 Euro – das klang schon deutlich vernünftiger. Wir riefen wieder im Reisebüro an und vereinbarten einen Termin.

Dort riet man uns allerdings von dieser Unterkunft ab und empfahl uns etwas anderes. Wir entschieden uns schließlich für das Allsun Esquinzo Hotel im Süden der Insel.

Rückblickend bin ich darüber ausgesprochen froh. Denn Corralejo lernten wir später noch kennen. Und manchmal frage ich mich, ob uns das berühmte Inselfieber überhaupt erwischt hätte, wenn wir damals zuerst dort gelandet wären.

Doch zunächst musste ich überhaupt erst einmal auf diese Insel kommen.

„Ich freue mich auf den Urlaub!“

Am Abreisetag standen wir früh auf. Mein Sohn fuhr uns zum Flughafen Leipzig. Bis dahin war alles in Ordnung. Wir checkten ein, gingen durch die Sicherheitskontrolle – und Norbert musste sich sogar von seinem Sturmfeuerzeug verabschieden, weil wir nicht wussten, dass er es nicht mit ins Flugzeug nehmen durfte.

Aber das war noch das kleinste Problem.

Denn dann kam der Moment, vor dem ich mich eigentlich schon die ganze Zeit gefürchtet hatte: das Einsteigen.

Ich ging durch die Gangway auf das Flugzeug zu. Und plötzlich hatte ich das Gefühl, als würden die Wände dieses Tunnels immer enger werden. Jeder Schritt schien schwieriger zu sein als der vorherige.

Aber ich wollte nach Fuerteventura. Ich hatte die Bilder gesehen, ich wollte das Meer sehen, die Insel kennenlernen und diesen Urlaub erleben.

Also sprach ich laut vor mich hin:

„Ich freue mich auf den Urlaub. Ich freue mich auf den Urlaub.“

Immer wieder. Wie ein Mantra, an dem ich mich festhalten konnte.

Und während sich dieser Gang für mich gefühlt immer weiter verengte, ging ich trotzdem Schritt für Schritt weiter. Denn umkehren wollte ich nicht. Ich wollte da hin.

Irgendwann saß ich tatsächlich im Flugzeug. Wir hatten uns Plätze ziemlich weit hinten reserviert, in der vorletzten Reihe, und ich saß am Fenster.

Dann rollte das Flugzeug gemächlich zur Startbahn. Es wurde langsamer und blieb stehen.

Und plötzlich gab der Pilot Vollgas.

Ich wurde tief in meinen Sitz gedrückt, krallte mich an den Armlehnen und an meinem Mann fest. Geschrien habe ich nicht, aber angenehm war dieses erste Flugerlebnis ganz bestimmt nicht. Dieser Druck, diese ungewohnten Kräfte beim Start – das war schon eine Hausnummer.

Es dauerte eine Weile, bis ich mich daran gewöhnte. Doch irgendwann siegte meine Neugier über die Angst.

Ich schaute aus dem Fenster und begann, die Welt unter uns zu entdecken. Ich sah die Pyrenäen von oben und Landschaften, die aus dieser Perspektive ganz anders aussahen als auf jeder Landkarte.

Und dann waren da diese Wolken.

Von oben sahen sie tatsächlich aus wie riesige Haufen Zuckerwatte. So weich und fluffig, dass man am liebsten die Hand ausgestreckt hätte, um sie zu berühren.

Da saß ich nun, eine Frau, die sich kurz zuvor noch durch eine gefühlt immer enger werdende Gangway gekämpft hatte, und betrachtete fasziniert die Welt von oben.

Mein erster Flug war nicht unbedingt das, was man einen entspannten Urlaubsbeginn nennt. Aber er war ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen würde.

Und irgendwo dort oben, zwischen meiner anfänglichen Angst und den weißen Wolken, begann unser Abenteuer Fuerteventura.

Endlich auf Fuerteventura – und erst einmal ziemlich erledigt

Nach viereinhalb Stunden Flug war es endlich so weit: Wir landeten auf Fuerteventura.

Ganz ohne Schwierigkeiten ging allerdings auch das nicht. Während ich den Start irgendwie hinter mich gebracht hatte, machte mir nun die Landung zu schaffen. Der Druckausgleich funktionierte bei mir nicht richtig, und meine Ohren taten höllisch weh. Dieses Gefühl, als hätte man Watte in den Ohren, begleitete mich noch stundenlang nach der Landung.

Aber wir waren da!

Am Flughafen stiegen wir in unseren Transferbus, der uns zu unserem Hotel in Esquinzo bringen sollte. Die Fahrt dauerte ungefähr anderthalb Stunden. Und spätestens jetzt lernte ich eine weitere Herausforderung kennen: die Fahrweise mancher Busfahrer auf der Insel.

Dieses abrupte Anfahren, das plötzliche Bremsen und das ständige Wechselspiel zwischen Gas und Bremse bekam meinem Magen nicht besonders gut. Mir wurde ziemlich übel. Ein entspannter erster Eindruck von der Insel sieht wohl anders aus.

Als wir schließlich im Hotel ankamen, war es ungefähr später Nachmittag. Wir bezogen unser Zimmer und begannen erst einmal, richtig anzukommen.

Dabei mussten wir vor allem eines tun: unsere Winterkleidung loswerden! Schließlich waren wir im Dezember aus Deutschland abgereist und entsprechend warm angezogen. Auf Fuerteventura waren diese Klamotten allerdings deutlich zu viel des Guten.

Also duschten wir, zogen uns um und machten uns auf den Weg zum Abendessen.

Erst danach hatten wir ein wenig Zeit, uns umzusehen und von unserem Hotel aus einen ersten Blick auf die Umgebung zu werfen. So richtig hatten wir die Landschaft zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wahrgenommen. Dafür waren wir nach der langen Anreise einfach zu beschäftigt damit gewesen, anzukommen.

Aber eine Sache entging mir natürlich nicht.

Die Katzen!

Schon am ersten Abend entdeckte ich eine der Hotelkatzen. Sie war zutraulich, ließ sich streicheln und schien mit uns Gästen bestens zurechtzukommen. Ich machte ein Foto von ihr – eine kleine Erinnerung an unseren ersten Abend auf der Insel.

Und diese Mieze sollte mich nicht zum letzten Mal besuchen. Sie schaute auch an den folgenden Tagen immer wieder bei mir vorbei.

So endete unser erster Tag auf Fuerteventura. Nicht mit einem spektakulären Abenteuer, nicht mit einer überwältigenden Entdeckung, sondern ganz unspektakulär nach einer langen Reise, mit müden Knochen, schmerzenden Ohren und einer kleinen Begegnung, die mir Freude machte.

Noch ahnten wir nicht, wie sehr uns diese Insel einmal ans Herz wachsen würde.

Der 18. Dezember – als ich mich in den Atlantik verliebte

Der erste richtige Urlaubstag begann mit einem Frühstück, das uns zunächst einmal ziemlich überforderte.

Natürlich hatten wir das All-inclusive-Buffet bereits am Vorabend gesehen. Aber nach der langen Anreise waren wir so erledigt gewesen, dass wir das riesige Angebot gar nicht richtig wahrgenommen hatten. Am nächsten Morgen standen wir dann vor dieser Auswahl und wussten erst einmal gar nicht, wo wir anfangen sollten.

Wir stellten uns ganz brav in die Schlange und holten uns unser Frühstück. Dabei machten wir gleich eine wichtige Entdeckung: Wer sich einfach anstellt und drauflosnimmt, hat am Ende deutlich mehr auf dem Teller, als er eigentlich essen möchte.

Viel sinnvoller war es, erst einmal in Ruhe zu schauen, was überhaupt angeboten wurde, und sich dann gezielt das zu holen, worauf man Appetit hatte. So blieb am Ende auch deutlich weniger übrig.

Nach dem Frühstück setzten wir uns nach draußen. Norbert rauchte erst einmal eine Zigarette, und wir genossen den Ausblick vom Hotel auf den Atlantik.

Dabei lernten wir die nächsten tierischen Bewohner der Insel kennen: die weißen Kuhreiher.

Diese Vögel gehörten im Hotel praktisch zum Inventar. Wer draußen frühstückte, durfte seinen Teller besser nicht unbeaufsichtigt stehen lassen. Denn die gefiederten Gäste waren ausgesprochen dreist und bedienten sich gern selbst. Kaum schaute man einmal nicht hin, konnte das Frühstück schon Geschichte sein.

Ich fand sie irgendwie trollig. Frech waren sie, keine Frage. Aber eben auch ziemlich putzig.

Doch nach dem Frühstück hielt uns nichts mehr. Wir wollten ans Meer!

Also machten wir uns auf den Weg aus dem Hotel und gingen den Weg hinunter in Richtung Strand. Nach ungefähr fünf Minuten erreichten wir eine Anhöhe, von der aus wir bereits einen wunderbaren Blick auf das Wasser hatten.

Allerdings mussten wir feststellen, dass der Weg hinunter zum eigentlichen Strand noch ein ganzes Stück weiterging und ziemlich steil war. Für Norbert, der mit seinem Rheuma in den Füßen ohnehin zu kämpfen hatte, war das keine einfache Sache.

Also blieben wir zunächst oben stehen und ließen einfach den Ausblick auf uns wirken.

Und was soll ich sagen? Eigentlich war es da schon um uns geschehen.

Dieser Atlantik! Dieses endlose Blau, die Weite und das Gefühl, plötzlich vor etwas zu stehen, das man mit einem einzigen Blick überhaupt nicht erfassen kann.

Es war Liebe auf den ersten Blick.

Da wir von Esquinzo aus nicht so einfach an den Strand gelangen konnten, entschieden wir uns, zum Taxistand zu gehen und nach Morro Jable zu fahren. Dort wollten wir uns ein wenig umsehen.

Wir schlenderten zunächst durch die Einkaufsmeile und gingen anschließend hinunter zum Strand. Hier gab es einen deutlich leichteren Zugang zum Meer, ohne den steilen Weg, der uns zuvor aufgehalten hatte.

Und dann kam dieser Moment.

Am 18. Dezember 2024 stand ich zum ersten Mal mit meinen Füßen im Atlantik.

Ich kann kaum beschreiben, was das mit mir gemacht hat. Da war dieses endlose Meer, das Rauschen der Wellen, die Brandung und dieses unglaubliche Gefühl von Freiheit.

Ich hatte damals noch ungefähr 30 Kilo mehr auf den Hüften als heute. Mein Körper machte mir zu dieser Zeit oft genug zu schaffen. Aber dort, am Meer, bemerkte ich plötzlich etwas, das mich selbst überraschte: Mir tat nichts weh.

Ich konnte laufen. Und laufen. Und immer weiterlaufen.

Also stapfte ich durch die Brandung, ließ mir die Wellen um die Füße spielen und genoss einfach jeden einzelnen Schritt. Ich war kaum noch zu bremsen.

Norbert hielt irgendwann nicht mehr mit. Er setzte sich hin und meinte sinngemäß, ich solle ruhig weitermachen.

Und ich machte weiter.

Denn plötzlich fühlte sich alles so leicht an. Keine Rückenschmerzen, die mich ständig daran erinnerten, dass mein Körper Grenzen hatte. Kein ständiges Aufpassen, wie weit ich gehen konnte. Nur ich, das Meer und diese unglaubliche Weite.

Ich weiß noch, wie gut es mir dort ging.

Vielleicht war es genau dieser Moment, in dem Fuerteventura für mich mehr wurde als ein Urlaubsziel.

Am Mittag kehrten wir ins Hotel zurück und wurden beim Essen erneut von der riesigen Auswahl am Buffet begrüßt. Diesmal wussten wir allerdings schon, wie wir damit umgehen mussten: erst schauen, dann auswählen und nur das auf den Teller legen, worauf wir wirklich Lust hatten.

Der Nachmittag gehörte dem Pool.

Und jetzt muss man sich diese Situation einmal vorstellen: Wir hatten den 18. Dezember. In Deutschland war Winter, die Tage waren kurz, und Weihnachten rückte immer näher.

Ich lag im Badeanzug am Pool. Im Hintergrund liefen Weihnachtslieder, das Hotel war festlich geschmückt, und die Außentemperatur lag, wenn ich mich richtig erinnere, bei ungefähr 26 Grad.

Weihnachtsmusik, Sonnenschein, Badeanzug und Palmen statt Winterjacke und kalter Füße.

Das Ganze fühlte sich beinahe surreal an.

Und gleichzeitig war es eines der schönsten Erlebnisse, die ich bis dahin hatte.

Unser erstes Weihnachten am Strand hatte uns schon jetzt etwas geschenkt, das wir so nicht erwartet hatten. Wir waren gerade erst angekommen, hatten noch längst nicht alles gesehen und wussten noch nicht, was uns in den kommenden Tagen erwarten würde.

Aber der Atlantik hatte uns bereits am ersten richtigen Urlaubstag erwischt.

Und zwar mitten ins Herz.

Ankommen, durchatmen und die Insel entdecken

Nach unserem ersten aufregenden Tag am Atlantik ließen wir es am nächsten Morgen erst einmal ruhiger angehen.

Wir verbrachten den Tag am Pool, erkundeten ein wenig das Hotel und schauten uns in Esquinzo um. Viel zu entdecken gab es dort allerdings nicht. Der Ort ist eher ruhig, und neben einem Mercadona gab es für uns nicht allzu viel zu erkunden.

Im Mercadona kauften wir öfter Getränke für unseren Kühlschrank, damit wir für den Tag versorgt waren. Ansonsten genossen wir einfach die Sonne, den Pool und die freie Zeit.

Norbert brauchte nach den ersten Tagen und den vielen Wegen ohnehin eine Pause. Also machten wir uns keinen Stress. Wir hatten schließlich Urlaub und mussten nicht jeden Tag ein neues Abenteuer erleben.

Doch am nächsten Tag stand wieder ein Ausflug auf dem Programm.

Mike’s Roadhouse – oder: Wir waren da, aber ihr nicht!

Norbert wollte einen Tipp ausprobieren, den er von den Bekannten bekommen hatte, durch die er überhaupt erst auf Fuerteventura aufmerksam geworden war. Unser Ziel war Mike’s Roadhouse in Costa Calma.

Also nahmen wir ein Taxi und ließen uns zum Einkaufszentrum in Costa Calma bringen. Wie es sich für uns gehörte, führte der erste Weg natürlich wieder zum Strand. Schließlich waren wir auf Fuerteventura, und das Meer übte bereits eine ganz besondere Anziehungskraft auf uns aus.

Anschließend holten wir Google Maps hervor und machten uns auf die Suche nach der Bar.

Wir fanden sie auch. Nur gab es ein kleines Problem: Sie war geschlossen.

Natürlich! Wir waren am Nachmittag gekommen, und geöffnet wurde erst um 20 Uhr.

Was macht man in so einer Situation? Man lässt sich die Laune nicht verderben. Norbert stellte sich kurzerhand vor die Eingangstür und machte ein schickes Foto. Die Botschaft war eindeutig: Hallo, wir waren da – aber ihr nicht!

Anschließend zogen wir weiter zur Fuerte Action Bar. Dort gab es für mich einen Burrito mit Pommes, bevor wir wieder zurück ins Hotel fuhren.

Der erste Versuch war also nicht ganz so erfolgreich wie geplant. Aber wir wären nicht wir, wenn wir es dabei belassen hätten.

Ein Abend, der uns in Erinnerung blieb

Am nächsten Abend starteten wir einen neuen Versuch. Diesmal fuhren wir erst nach 20 Uhr nach Costa Calma, damit wir Mike’s Roadhouse auch tatsächlich geöffnet vorfanden.

Wir stellten uns vor und erzählten, durch welche Bekannten wir auf die Bar aufmerksam geworden waren. Und dann passierte etwas, das uns auf dieser Reise noch öfter begeistern sollte: Wir wurden herzlich aufgenommen.

Natürlich waren wir zunächst Fremde. Wir kannten die Leute vor Ort nicht und waren zum ersten Mal dort. Aber die Motorradfahrer begegneten uns so offen und freundlich, dass wir uns schnell wohlfühlten.

Es war dieses Gefühl, willkommen zu sein, obwohl man eigentlich niemanden kannte. Man wurde begrüßt, kam ins Gespräch und hatte nicht den Eindruck, erst einmal beweisen zu müssen, dass man dazugehört.

Für uns war das ein wirklich schöner Abend und ein weiterer Grund, Costa Calma in guter Erinnerung zu behalten.

Rückblickend war dieser erste Besuch der Anfang einer besonderen Verbindung zu diesem Ort. Damals ahnten wir allerdings noch nicht, dass wir noch öfter nach Costa Calma zurückkehren würden.

Eine Clubjacke, ein Strandfoto und jede Menge Gelächter

Auf dieser Reise gab es auch die kleinen, lustigen Geschichten, die man noch lange danach erzählt.

Ein Freund aus dem Musikerkreis unseres Country-Vereins war im Sommer zuvor in Afrika gewesen. Dort hatte er am Strand sein Vereins-T-Shirt getragen und sich damit fotografieren lassen.

Als ich davon hörte, dachte ich mir: Wenn er das kann, kann ich das auch!

Also zog ich meine Clubjacke an und ließ mich damit am Strand von Fuerteventura fotografieren. Das Foto teilte ich anschließend in unserer Vereinsgruppe. Für einige Lacher war damit natürlich gesorgt.

Es war eine spontane Idee, einfach aus Spaß entstanden. Damals dachte ich mir nicht viel dabei. Ich wollte eben auch so ein Urlaubsfoto haben.

Und genau solche Erinnerungen gehören für mich zu einer Reise dazu. Nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten und die berühmten Fotomotive, sondern auch die kleinen Einfälle, über die man später noch schmunzeln muss.

Costa Calma und die riesigen Kakteen

Costa Calma gefiel uns auf Anhieb. Der Ort war ebenfalls angenehm ruhig, bot aber deutlich mehr Möglichkeiten als Esquinzo. Es gab mehr Bars und Kneipen, verschiedene Einkaufsmöglichkeiten und einen Strand, den man vergleichsweise bequem erreichen konnte.

Wir fühlten uns dort wohl. Es war ein anderer Eindruck als in Esquinzo, und schon bei diesem ersten Besuch merkten wir, dass Costa Calma etwas Besonderes für uns hatte.

Doch nicht nur die Orte und das Meer faszinierten uns. Auch die Landschaft beeindruckte uns immer wieder.

Fuerteventura ist vielerorts karg und trocken. Gerade deshalb fielen uns die riesigen Kakteen besonders auf. Manche waren so groß, dass sie beinahe wie Bäume wirkten. Andere standen wie mächtige Büsche am Wegesrand.

Wir waren von diesen Pflanzen begeistert. Solche Dimensionen kannten wir aus unserer Heimat nicht, und wir konnten uns an ihnen kaum sattsehen.

Natürlich entstanden auch davon jede Menge Fotos. Denn wenn uns etwas faszinierte, wollten wir es festhalten.

ABBA statt Atlantik – ein musikalischer Abend im Hotel

Nach unseren Ausflügen und Entdeckungen wartete auch im Hotel noch ein besonderes Erlebnis auf uns.

Am Abend trat eine ABBA-Coverband auf. Zwei Sängerinnen sorgten mit ihrer Musik für ordentlich Stimmung und brachten das Publikum in Schwung.

Wir hatten jede Menge Spaß, sangen und genossen den Abend. Es wurde spät, und es war eine dieser langen, heiteren Urlaubsnächte, an die man sich gerne zurückerinnert.

Fuerteventura bestand für uns eben nicht nur aus Sonne, Strand und Meer. Es waren auch die Begegnungen, die Musik, das gemeinsame Lachen und die vielen kleinen Erlebnisse, die diese ersten Urlaubstage so besonders machten.

Und während wir jeden Tag ein wenig mehr von der Insel kennenlernten, wuchs auch unsere Begeisterung für diesen Flecken mitten im Atlantik.

Ein Getränk, das meine Neugier weckte

Bei unserem Besuch in der Fuerte Action Bar gab es neben dem Burrito mit Pommes noch etwas, das meine Aufmerksamkeit auf sich zog.

Neben mir saßen Gäste, die einen Barraquito tranken. Ich kannte dieses Getränk damals noch nicht. Aber diese wunderschönen Schichten im Glas sahen einfach köstlich aus. Sofort war meine Neugier geweckt.

An diesem Tag probierte ich ihn allerdings noch nicht. Ich nahm mir aber fest vor, dieses Getränk irgendwann zu kosten.

Zurück im Hotel fragte ich deshalb am Abend an der Bar, ob man mir einen solchen Barraquito zubereiten könnte. Leider fehlte dort der passende Espresso, sodass mein erster Versuch, dieses kanarische Getränk kennenzulernen, zunächst ins Wasser fiel.

Aber manchmal bleiben einem gerade solche Kleinigkeiten in Erinnerung. Und meine Neugier war damit noch lange nicht gestillt.

Heiligabend – mein Weihnachtsgeschenk war der Atlantik

Der 24. Dezember war gekommen. Heiligabend auf Fuerteventura!

Für mich stand fest, dass ich an diesem Tag unbedingt noch einmal nach Morro Jable wollte. Ich hatte mir schließlich vorgenommen, Weihnachten am Meer zu verbringen. Und diesen Wunsch wollte ich mir erfüllen.

Also fuhren wir wieder nach Morro Jable und gingen an den Strand.

Und tatsächlich: Am 24. Dezember stand ich wieder mit meinen Füßen im Atlantik.

Ganz hinein konnte ich diesmal leider nicht. Zum einen wehten die gelben Flaggen, die zur Vorsicht beim Baden mahnten. Zum anderen hatte ich zu diesem Zeitpunkt meine Tage. Deshalb blieb es beim gewohnten Spaziergang durch die Brandung, bei dem mir die Wellen um die Füße spielten.

Natürlich hätte ich mir gewünscht, noch weiter ins Wasser gehen zu können. Aber ich war trotzdem glücklich. Ich war am Meer, ich war auf Fuerteventura, und ich verbrachte Heiligabend genau dort, wo ich ihn mir gewünscht hatte.

Anschließend spazierten wir noch durch Morro Jable und entdeckten eine Weihnachtskrippe, die mich besonders beeindruckte.

Die Figuren waren lebensgroß und liebevoll gestaltet. Doch statt eines Esels oder der üblichen kleinen Krippenfiguren gab es dort ein großes, echtes Kamel als Teil der Darstellung. Auch die menschlichen Figuren waren lebensgroß.

Es war wunderschön anzusehen.

Und gleichzeitig war diese ganze Situation beinahe unwirklich: Wir standen bei sommerlichen Temperaturen zwischen 26 und 30 Grad vor einer Weihnachtskrippe, während überall die Weihnachtsdekoration zu sehen war.

Weihnachtsstimmung unter Palmen, mit dem Atlantik ganz in der Nähe.

Für mich war das etwas ganz Besonderes.

Warum ich Weihnachten einmal ganz anders erleben wollte

Vielleicht muss ich an dieser Stelle erklären, warum mir dieser Weihnachtsurlaub so viel bedeutete.

Natürlich spielte das Wetter eine große Rolle. Ich mochte den deutschen Winter noch nie besonders. Mit der Kälte kam ich nie gut zurecht, und selbst der Herbst mit seinen sinkenden Temperaturen war für mich oft eine schwierige Zeit.

Ich wollte einfach einmal erleben, wie es ist, Weihnachten am Meer zu verbringen. Ohne Winterjacke, ohne frierende Hände und ohne dieses graue, kalte Wetter, das mir so wenig liegt.

Doch es gab noch einen anderen Grund. Einen, der wesentlich persönlicher und trauriger war.

In meiner Familie waren mehrere Menschen, die mir sehr nahestanden, in der Weihnachtszeit gestorben. Mein Großvater starb 2007. Seine Beerdigung fand am 23. Dezember statt. Natürlich war er bereits ein älterer Mensch gewesen, und irgendwann gehört der Abschied zum Leben dazu. Aber das ändert nichts daran, dass man einen Menschen vermisst.

Am 8. Dezember 2016 starb dann auch mein Vater.

Mit diesen Verlusten bekam die Weihnachtszeit für mich eine andere Bedeutung. Was früher einmal eine schöne Zeit gewesen war, wurde zunehmend mit Trauer und schmerzhaften Erinnerungen verbunden.

Irgendwann hatte ich für mich beschlossen, dass Weihnachten für mich eigentlich nicht mehr stattfindet.

Ich wollte aus diesem Trott heraus. Weg von der Hektik, weg von der Tristesse, weg von einer Jahreszeit, die für mich so viel Schweres mit sich brachte.

Und genau deshalb war dieser Urlaub so wichtig für mich.

Auf Fuerteventura war plötzlich alles anders. Die Wärme, das Meer, die Ruhe und dieses Gefühl, nicht ständig von der üblichen Weihnachtshektik umgeben zu sein, machten etwas mit mir.

Ich konnte durchatmen.

Ich konnte genießen.

Und ich konnte Weihnachten erleben, ohne dass sich alles nur um Trauer und die schmerzhaften Erinnerungen an vergangene Jahre drehte.

Es ging nicht darum, die Menschen zu vergessen, die ich verloren hatte. Es ging darum, mir selbst wieder zu erlauben, schöne Momente zu erleben.

Und genau das habe ich auf Fuerteventura gefunden.

Dieses Weihnachten war für mich ein Stück Freiheit. Ein Wiederaufleben, ein Durchatmen und ein Genießen.

Vielleicht war es gerade diese Mischung aus Wärme, Meer, Ruhe und persönlicher Erleichterung, die unseren ersten Weihnachtsurlaub auf der Insel so unvergesslich machte.

Es war nicht einfach nur Weihnachten in der Sonne.

Es war Weihnachten, das sich endlich wieder leicht anfühlte.

Weihnachten im Hotel – mit Cocktail und ganz viel Urlaubsgefühl

Auch im Hotel wurde Heiligabend auf besondere Weise gefeiert.

Auf dem Weg zum Restaurant erwartete uns ein kleiner Empfang. Jeder Gast, der zum Abendessen ging, bekam ein Glas mit einem Cocktail gereicht. Ich fand diese Geste sehr schön. Es war eine nette Begrüßung zum Weihnachtsabend und passte wunderbar zu dieser besonderen Atmosphäre.

Damals war ich eigentlich der Meinung, keinen Alkohol trinken zu wollen. Deshalb entschied ich mich für eine alkoholfreie Variante. Und dabei blieb ich während des gesamten Urlaubs auch weitgehend.

Mein Lieblingsgetränk wurde ein fruchtiger San Francisco, der vor allem mit Ananassaft, Kokos und Grenadine zubereitet wird. Zumindest ist das die Mischung, an die ich mich heute noch erinnere.

Es war genau das Richtige für mich: fruchtig, süß und wunderbar passend zu den sommerlichen Temperaturen.

Während in Deutschland viele Menschen bei kaltem Wetter und winterlichen Temperaturen Weihnachten feierten, saßen wir auf Fuerteventura und genossen unseren Urlaub in der Sonne. Allein dieser Gedanke war für mich damals schon etwas ganz Besonderes.

Ein Gala-Dinner zum Abschluss

Am 26. Dezember stand im Hotel noch ein besonderes Ereignis auf dem Programm: das Gala-Dinner.

Wir hatten vorher einen Tisch reserviert. Als wir ankamen, wurden wir von einem Kellner ganz vornehm zu unserem Platz geführt. Uns wurde sogar Wein zum Essen angeboten. Da wir allerdings keine Weintrinker sind, lehnten wir dankend ab.

Und dann begann das eigentliche Erlebnis: das Buffet!

Was dort alles angeboten wurde, war schlicht überwältigend. Es gab Fisch, darunter Red Snapper, für den ich mich entschied. Er war unglaublich lecker. Dazu kamen Krabben, Garnelen, Krebse, verschiedene Käsesorten und besonders viel Ziegenkäse.

Auch traditionelle kanarische Gerichte waren dabei, darunter ein Eintopf mit Ziegenfleisch. Außerdem gab es Wachtelbrüste, Muscheln und so viele weitere Speisen, dass ich heute gar nicht mehr alles aufzählen könnte.

Es war eine Auswahl, die man kaum beschreiben kann. Man musste es eigentlich selbst gesehen haben.

Natürlich machten wir auch davon jede Menge Fotos. Denn so ein Abend war für uns etwas Besonderes, und wir wollten diese Erinnerungen festhalten.

Das Gala-Dinner war ein wunderbarer Abschluss unserer Weihnachtstage im Hotel. Es zeigte uns noch einmal, wie viel Mühe sich die Küche mit dem Angebot gab und wie vielfältig die kanarische Küche sein konnte.

Endlich mein erster Barraquito!

Bevor unser Urlaub zu Ende ging, musste ich unbedingt noch etwas nachholen.

Erinnert ihr euch an die Gäste in der Fuerte Action Bar, die neben mir einen Barraquito getrunken hatten? Dieses Getränk mit seinen hübschen Schichten hatte mich schon damals neugierig gemacht.

Am 25. Dezember, bei einem weiteren Besuch in Morro Jable, bekam ich endlich die Gelegenheit, einen zu probieren.

Und was soll ich sagen?

Ich war begeistert!

Obwohl ich eigentlich kein großer Fan von Alkohol bin, schmeckte mir dieser kanarische Kaffee ausgesprochen gut. Die Kombination aus Kaffee, Milchschaum, gesüßter Kondensmilch und dem Likör 43 war einfach köstlich.

Aus meiner anfänglichen Neugier wurde ziemlich schnell eine echte Begeisterung. Der Barraquito sollte später zu unserem Stammgetränk auf Fuerteventura werden.

Manchmal sind es eben nicht nur die großen Erlebnisse, die man von einer Reise mit nach Hause nimmt. Manchmal ist es auch ein Getränk, das man zum ersten Mal probiert und das einen fortan an die Insel erinnert.

Abschied von meinem „Mäusla“ und vom Atlantik

Irgendwann kommt leider auch der schönste Urlaub zu seinem Ende.

Der Abreisetag rückte näher, und wir mussten unsere Koffer packen. Wieder schlüpften wir in unsere langen Winterklamotten, die wir bei der Ankunft auf der Insel abgelegt hatten.

Vor der Abreise ging es noch einmal zum Frühstück. Und natürlich musste ich mich auch von meiner kleinen Hotelbekanntschaft verabschieden.

Die Katze, die ich einfach nur liebevoll „Mäusla“ nannte, war mir während der zehn Tage richtig ans Herz gewachsen. Ich hatte sie fast jeden Tag gesehen und gestreichelt. Sie gehörte für mich inzwischen einfach zu diesem Urlaub dazu.

Also verabschiedete ich mich von ihr – mit Tränen in den Augen.

Und diese Tränen begleiteten mich noch eine ganze Weile.

Auf dem Weg zum Flughafen wurde mir immer bewusster, dass wir die Insel nun wieder verlassen mussten. Zehn Tage waren vergangen, und obwohl wir so viel erlebt hatten, fühlte es sich an, als wäre die Zeit viel zu schnell vergangen.

Der letzte Abschied kam schließlich im Flugzeug.

Als wir starteten und ich noch einmal aus dem Fenster auf den Atlantik blickte, liefen mir die letzten Tränen über das Gesicht. Ich wusste nicht, wann ich dieses Meer wiedersehen würde. Vielleicht würde es lange dauern, vielleicht würde es irgendwann wieder klappen.

Damals wussten wir es einfach nicht.

Wir wussten nur, dass wir diese Insel in unser Herz geschlossen hatten.

Von 26 Grad auf minus acht

Der Rückflug brachte uns zurück in eine ganz andere Welt.

Wir waren auf Fuerteventura bei sommerlichen Temperaturen von ungefähr 26 Grad gestartet und landeten in Leipzig bei minus acht Grad.

Der Temperaturunterschied war heftig. Wieder machten mir beim Landeanflug die Ohren zu schaffen, weil der Druckausgleich nicht richtig funktionierte. Es dauerte mehrere Stunden, bis dieses unangenehme Druckgefühl endlich nachließ.

Und ja, eine Erkältung ließ dann auch nicht lange auf sich warten.

Der Kontrast hätte kaum größer sein können: eben noch Sonne, Meer und sommerliche Wärme, kurz darauf eisige Kälte und Winterkleidung.

Aber trotz dieses wenig erfreulichen Empfangs in Deutschland war eines für uns schon klar, als wir wieder zu Hause ankamen.

Wir wollten zurück.

Wir wollten Fuerteventura wiedersehen, den Atlantik, die Landschaft, die Menschen und dieses besondere Lebensgefühl.

Unsere ersten zehn Tage auf der Insel waren vielleicht kein Urlaub voller spektakulärer Ausflüge gewesen. Wir hatten es ruhig angehen lassen, das Hotel genossen, Strände besucht, neue Orte entdeckt und viele kleine Erlebnisse gesammelt.

Aber genau diese Mischung hatte etwas mit uns gemacht.

Wir hatten uns in den Atlantik verliebt, die kanarische Lebensart kennengelernt und Weihnachten auf eine Weise erlebt, die wir so schnell nicht vergessen würden.

Und noch bevor die Erinnerungen an diesen ersten Urlaub verblassten, stand für uns fest: Diese Insel würde uns wiedersehen.

Wir wollten nicht lange warten. Schon bald entschieden wir uns, den nächsten Urlaub für September 2025 zu buchen.

Diesmal sollte es nach Costa Calma gehen.

Doch das ist eine andere Geschichte.

Fuerteventura – und wir kamen wieder!

Teil 2: Zwei Wochen Costa Calma und jede Menge neue Erlebnisse

Die Sehnsucht ließ uns nicht los

Kaum waren wir nach unserem ersten Weihnachtsurlaub wieder im kalten Deutschland angekommen, stand für uns fest: Wir wollten zurück nach Fuerteventura.

Gleich nach den Feiertagen erkundigten wir uns im Reisebüro, wann die Angebote für die nächste Saison verfügbar sein würden. Buchen konnten wir zunächst nicht, denn die entsprechenden Reisen sollten erst im Frühjahr veröffentlicht werden. Also hieß es warten. Zumindest offiziell. Denn natürlich durchforschte ich zwischendurch immer wieder das Internet, ob sich inzwischen etwas getan hatte.

Eigentlich wollten wir wieder ins allsun Esquinzo Hotel. Doch die Preise für unseren gewünschten Reisezeitraum waren deutlich gestiegen. Deshalb hielten wir nach einer Alternative Ausschau.

Schließlich buchte ich über Ab in den Urlaub unsere nächste Reise. Vom 24. September bis zum 8. Oktober 2025 sollte es wieder nach Fuerteventura gehen, diesmal nach Costa Calma. Fünfzehn Tage Urlaub lagen vor uns, vierzehn Übernachtungen voller Vorfreude.

Zunächst hatten wir das SBH Fuerteventura Playa gebucht. Etwa eine Woche vor der Abreise meldete sich der Reiseveranstalter bei uns: Das Hotel war wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Wir wurden deshalb zum gleichen Preis auf das SBH Costa Calma Beach Resort umgebucht.

Im Nachhinein erwies sich das für uns als echtes Upgrade. Manchmal kommt es anders als geplant – und ausgerechnet daraus entsteht etwas Gutes.

Flughafen München: einmal und nie wieder?

Am 24. September 2025 war es endlich so weit. Unsere Koffer waren gepackt, und wir machten uns auf den Weg zum Flughafen München.

Schon dort merkten wir, dass wir uns auf ungewohntem Terrain bewegten. Vom Flughafen Leipzig kannten wir die klassischen Schalter, an denen Mitarbeiter beim Einchecken halfen und bei Fragen zur Stelle waren. In München erwartete uns dagegen eine weitgehend digitale Welt mit Automaten und Computerbildschirmen.

Wir standen zunächst ziemlich ratlos davor. Wo mussten wir hin? Welcher Automat war der richtige? Und wie funktionierte das Ganze überhaupt?

Irgendwann hatten wir es geschafft. Mit dem Zug ging es weiter zum Gate, und auf dem Weg ins Flugzeug begegneten uns tatsächlich wieder Menschen, die uns weiterhalfen.

Unser Urteil über den Münchner Flughafen stand danach ziemlich schnell fest: Einmal und nie wieder!

Wir waren schließlich noch keine erfahrenen Vielflieger. Gerade beim Einchecken hätten wir uns etwas mehr persönliche Unterstützung gewünscht.

Zurück auf unserer Insel

Diesmal flogen wir mit Eurowings statt mit Condor. Den Unterschied bemerkten wir ziemlich schnell: Im Vergleich zu unserem ersten Flug kam uns die Kabine vor wie eine Ölsardinenbüchse.

Wir hatten wieder Plätze in der vorletzten Reihe hinter den Tragflächen reserviert, und ich saß erneut am Fenster.

Der Start machte mir diesmal weniger Angst. Ich wusste inzwischen, was auf mich zukam, und konnte mich viel mehr auf das freuen, was vor uns lag. Ein paar leichte Turbulenzen gab es zwar, aber die waren auszuhalten.

Nach ungefähr viereinhalb Stunden näherten wir uns endlich Fuerteventura. Nur mit der Landung ließ sich der Pilot offenbar noch etwas Zeit. Er drehte mehrere Schleifen über dem Meer, während wir schon darauf warteten, endlich festen Boden unter den Füßen zu haben.

Teilweise lag das Flugzeug dabei ziemlich schräg. Während andere vielleicht einfach aus dem Fenster schauten, entwickelte mein Kopf sein eigenes Katastrophenkino: Was wäre eigentlich, wenn jetzt ein Megalodon aus dem Meer springen würde?

Ich glaube, ich schaue einfach zu viele Filme. 😂

Irgendwann klappte es dann doch mit der Landung. Der Aufsetzvorgang war ziemlich hart, und der Ruck ging deutlich durch das ganze Flugzeug.

Aber egal – wir waren wieder da!

Am Flughafen wartete bereits der Transferbus. Allerdings mussten wir noch eine ganze Weile ausharren, bis alle Passagiere eingetroffen waren. Erst danach ging es quer über die Insel in Richtung Costa Calma.

Nach ungefähr anderthalb Stunden Fahrt erreichten wir unser Hotel. Wir checkten ein, bezogen unser Zimmer und gingen zum Essen. Für große Unternehmungen fehlte uns an diesem Abend die Kraft. Nach der langen Anreise waren wir froh, endlich angekommen zu sein.

Ein Willkommenskomitee mit Fell

Am nächsten Morgen ließen wir es ruhig angehen. Nach dem Frühstück erkundeten wir das Hotelgelände und machten uns auf den Weg zum Strand. Unser neues Hotel lag schließlich direkt am Meer, und wir wollten sehen, was uns dort erwartete.

Schon bald entdeckten wir ein Nest mit Atlashörnchen, die auch als Streifenhörnchen bekannt sind. Die kleinen Tiere begrüßten uns auf ihre eigene Art und sorgten dafür, dass wir eine ganze Weile stehen blieben, um ihnen zuzusehen.

Doch die Hörnchen waren nicht die einzigen tierischen Bewohner, die unsere Aufmerksamkeit auf sich zogen.

Bereits am ersten Abend hatte ich mehrere Katzen auf dem Hotelgelände entdeckt. Ein grauweißer Kater hielt zunächst lieber Abstand. Die schwarze Katze mit dem langen Fell dagegen ließ sich sofort streicheln. Außerdem gab es eine rote Katze und weitere Samtpfoten.

Der grauweiße Kater brauchte etwas länger, um Vertrauen zu fassen. Erst nach ungefähr einer Woche kam auch er näher und ließ sich streicheln. Vielleicht hatte er inzwischen festgestellt, dass es bei mir das eine oder andere Leckerli geben könnte.

Natürlich dauerte es nicht lange, bis ich die Futterstellen gefunden hatte. Von da an schaute ich nach dem Frühstück regelmäßig nach den Katzen und kontrollierte, ob die Näpfe gefüllt waren. Waren die Schalen leer, füllte ich sie auch schon einmal auf.

So wurde aus dem morgendlichen Rundgang bald ein festes Ritual. Schließlich musste ich ja wissen, ob es meinen neuen Bekanntschaften gut ging.

Wer mich kennt, weiß: Wo Katzen sind, bin ich nicht weit!

Danach führte uns unser Weg zu einem Ort, den wir bereits von unserem ersten Urlaub kannten: der Fuerte Action Bar in Costa Calma. Wir hatten uns schließlich etwas fest vorgenommen. Wenn wir wieder auf Fuerteventura sind, müssen wir erst einmal einen Barraquito trinken. Erst dann wissen wir, dass wir wirklich angekommen sind!

Also kehrten wir ein und bestellten unseren Barraquito – natürlich auf Spanisch, denn ich lernte inzwischen nebenbei die Sprache. Und ich glaube, es blieb nicht einmal bei einem. Schließlich musste das Wiedersehen ordentlich gefeiert werden. 😂

Morro Jable: Hafen, Shopping und ein besonderer Anblick

Einen unserer ersten Ausflüge unternahmen wir nach Morro Jable. Zunächst zog es uns zum Hafen und in die Altstadt. Dort entdeckten wir Ausflugsschiffe, die wie alte Piratenschiffe aussahen, mit Segeln und ganz im Stil vergangener Zeiten.

Doch die Schiffe waren längst nicht das Einzige, was uns dort in Erinnerung blieb.

Im Hafenbecken bewegten sich Mantas durchs Wasser. Diese riesigen Meeresbewohner schienen beinahe schwerelos zu gleiten. Es war faszinierend, ihnen zuzusehen. Trotz ihrer Größe wirkten ihre Bewegungen ruhig und elegant, als würden sie durch das Wasser schweben.

Danach ging es zum Einkaufen in die Fundgrube, denn Norbert brauchte Zigaretten. Anschließend kehrten wir im La Isla ein, einem Restaurant, das wir bereits von unserem ersten Urlaub kannten. Dort hatte es uns schon damals geschmeckt, und auch diesmal wurden wir nicht enttäuscht.

Bei einem weiteren Besuch in Morro Jable waren wir gemeinsam mit unseren neuen Freunden im La Sirena essen, einem Fischrestaurant mitten in der Shoppingmeile. Wir zeigten dem Pärchen die Geschäfte, gingen mit ihnen an den Strand und ließen es uns zusammen gut gehen.

Ja, wir wissen selbst, wie verrückt das klingt: All-inclusive buchen und dann auswärts essen gehen! 😂 Aber wenn wir Lust auf ein bestimmtes Restaurant haben, dann gehen wir eben hin. Urlaub ist schließlich Urlaub.

Ein Tag im Oasis Park

Am 28. September stand der Oasis Park auf unserem Programm. Mit dem Bus fuhren wir vom Hotel dorthin und verbrachten mehrere Stunden in dem weitläufigen Gelände.

Es gab viel zu entdecken. Die Tiere waren faszinierend, und auch die Anlage selbst beeindruckte uns. Wir spazierten durch den Park, schauten uns in Ruhe um und ließen die Eindrücke auf uns wirken.

Gegen Mittag meldete sich irgendwann der Hunger. Im Oasis Park bestellten wir zum ersten Mal ein T-Bone-Steak mit stolzen 800 Gramm, das wir uns zu zweit teilten. Der Preis war kaum zu glauben: ungefähr 21 Euro!

Für ein Steak dieser Größe hätten wir in Deutschland gut und gerne das Doppelte bezahlt. Wir waren jedenfalls begeistert und ließen es uns schmecken.

Eigentlich hätten wir mit dem Bus erst um 16 Uhr zum Hotel zurückfahren können. Doch an diesem Tag war es so heiß, dass wir beschlossen, nicht länger zu warten. Einen Sonnenbrand wollten wir uns schließlich nicht holen. Also nahmen wir bereits um 14 Uhr ein Taxi zurück nach Costa Calma.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir am Pool. Nach den vielen Eindrücken tat es gut, einfach einmal nichts vorhaben zu müssen.

Kleine Abenteuer direkt im Hotel

Natürlich waren wir nicht jeden Tag unterwegs. Wir wollten die Insel erkunden, aber ebenso die Zeit genießen, für die wir schließlich Urlaub genommen hatten. Manche Nachmittage verbrachten wir deshalb an der Poolbar oder im Hotel, ohne dass etwas Besonderes auf dem Programm stand.

Ganz ohne Aktivitäten blieb es trotzdem nicht. Das Hotel bot auch für Erwachsene ein Animationsprogramm an, bei dem ich einige Male mitmachte.

Beim Luftgewehrschießen hatte ich allerdings nicht gerade meinen großen Auftritt. Ich traf zwar, aber für einen Gewinn reichte es nicht. 😂

Beim Bogenschießen lief es dafür umso besser. Dort wurde ich tatsächlich die Beste von allen und gewann! Darüber war ich richtig stolz. Das Bogenschießen gehörte schließlich schon früher zu meinen Hobbys rund um das indianische Leben. Ein wenig Übung war also vorhanden.

Auch kulinarisch gab es im Hotel eine kleine Überraschung. An einem Nachmittag wurde draußen an der Bar zwischen Mittagessen und Abendessen Paella angeboten. Die war so lecker, dass ich ordentlich zugelangt habe! Wann genau das war, kann ich heute leider nicht mehr sagen.

Und dann waren da noch unsere tierischen Nachbarn.

Direkt vor unserem Hotelzimmer hatten Ibisse ihr Nest in einer Palme gebaut. So konnten wir die Vögel aus nächster Nähe beobachten. Allerdings waren sie nicht gerade leise. Mitunter ging es in unserer kleinen Nachbarschaft ziemlich laut zu.

Ich erwischte die Ibisse sogar mehrfach am Katzenfutterplatz, wo sie sich frech am Futter bedienten. Während ich eigentlich nach den Katzen schauen wollte, hatten die gefiederten Herrschaften längst entdeckt, dass dort ebenfalls etwas für sie zu holen war.

Auf Fuerteventura musste man eben teilen – selbst wenn man gar nicht eingeladen war! 😂

Neben den Ibissen begegneten uns auch Bülbüls, deren wunderschöner Gesang uns begeisterte. Die Kuhreiher schienen ohnehin überall zu sein, und zahlreiche Möwen begleiteten uns an verschiedenen Orten. Die Einheimischen nennen sie scherzhaft „Ratten der Lüfte“.

Für mich gehörten die Katzen natürlich zu den wichtigsten tierischen Begegnungen. Egal, wo ich hinkam, irgendwie lief mir immer eine Samtpfote über den Weg. Das war kein Zufall, sondern beinahe ein fester Bestandteil unseres Urlaubs.

Neue Bekanntschaften und ein Wiedersehen

Eines Abends zog es uns wieder ins Mike’s Roadhouse, das wir bereits von unserem ersten Urlaub kannten. Dort meldeten wir uns zurück und trafen auf bekannte Gesichter.

Zwischen unserem ersten Besuch im Dezember und unserer Rückkehr im September lagen viele Monate. Telefonnummern hatten wir damals noch nicht ausgetauscht, weshalb wir uns zunächst wieder ein wenig kennenlernen mussten.

Doch die Sympathie war schnell wieder da. Wir kamen ins Gespräch und wurden zum Open Day des Motorradclubs eingeladen. Die Einladung nahmen wir natürlich gerne an.

Dort trafen wir unsere Bekannten wieder und knüpften weitere Kontakte. Einer unserer neuen Kumpel stand am Grill, und es wurde ein geselliger Nachmittag.

Das Clubhaus befand sich am Mata Blancas Playa im Norden von Costa Calma. Von dort liefen wir später ungefähr drei Kilometer entlang der Klippen zurück zu unserem Hotel.

Es war ziemlich windig, und ich hatte ein Kleid an. Unterwegs begegneten uns wieder Atlashörnchen. Diesmal hatten wir nichts dabei und fütterten sie auch nicht. Das hielt die kleinen neugierigen Kerlchen allerdings nicht davon ab, näher zu kommen, Pfötchen zu geben und nachzusehen, ob wir vielleicht doch etwas für sie dabeihatten.

Wir mussten lachen. Selbst ohne Futter waren wir offenbar einen kurzen Zwischenstopp wert.

Der Weg am Meer entlang, die netten Menschen und die vielen Gespräche machten diesen Nachmittag zu einer schönen Erinnerung.

Auch mit unserem Hotel waren wir zufrieden. Trotz mancher negativer Bewertungen empfanden wir es als sauber. Die Zimmer wurden regelmäßig gereinigt, sofern wir das zuließen. Manchmal waren wir gerade da und schickten das Reinigungspersonal deshalb weg. Oder wir sagten, dass jeder zweite Tag völlig ausreichen würde. Wir waren schließlich nicht auf der Suche nach einem perfekt aufgeräumten Zimmer, sondern wollten Urlaub machen.

Gemeinsam die Insel entdecken

Im Hotel lernten wir ein Pärchen kennen, mit dem wir uns auf Anhieb gut verstanden. Aus der ersten Begegnung wurde schnell eine Freundschaft, und wir verbrachten den restlichen Urlaub viel Zeit miteinander.

Die beiden waren zum ersten Mal auf Fuerteventura. Obwohl wir selbst erst zum zweiten Mal auf der Insel waren, wollten wir ihnen ein wenig von unseren bisherigen Entdeckungen zeigen. Schließlich sollten sie nicht den gesamten Urlaub ausschließlich im Hotel verbringen.

Gemeinsam besuchten wir den Afrikamarkt in Costa Calma, der mittwochs und samstags im Palmenwald stattfindet. Wir bummelten über den Markt und schauten uns die Stände an.

Auch Morro Jable erkundeten wir zusammen. Wir zeigten unseren Freunden die Shoppingmeile, gingen mit ihnen an den Strand und kehrten im La Sirena ein. Bei gutem Essen und netten Gesprächen verging die Zeit wie im Flug.

Es war schön, die Insel gemeinsam zu entdecken und dabei Menschen kennenzulernen, mit denen man sich auf Anhieb verstand. Solche Begegnungen machen einen Urlaub oft noch lange danach zu etwas Besonderem.

Sotavento – unser Lieblingsstrand

Ein weiterer Ausflug führte uns zum Sotavento Beach, genauer gesagt zum Strandabschnitt Risco del Paso.

Schon bei der Ankunft wurde uns klar, warum dieser Strand so viele Menschen begeistert. Der Sand, das Meer und die weit ins Wasser reichende Landzunge ergaben eine Landschaft, die man nicht so schnell vergisst. Man kann dort kilometerweit laufen und hat das Gefühl, dass Strand und Wasser beinahe ineinander übergehen.

Allerdings gab es an diesem Abschnitt kaum Möglichkeiten, etwas zu trinken zu kaufen oder Schatten zu finden. Deshalb blieben wir nicht den ganzen Tag. Wir genossen die Landschaft ungefähr ein bis zwei Stunden und ließen uns danach wieder mit dem Taxi abholen.

Für uns war der Sotavento Beach trotzdem ein Volltreffer. Aus diesem Ausflug wurde der Beginn einer ganz besonderen Liebe zu diesem Strand. Er entwickelte sich zu unserem Lieblingsstrand auf Fuerteventura.

Manchmal braucht es gar keinen ganzen Tag, um einen Ort ins Herz zu schließen.

Unser 16. Hochzeitstag – nur wir zwei

Der 2. Oktober war für uns ein ganz besonderer Tag: unser 16. Hochzeitstag.

Norbert hatte morgens an der Rezeption einen extra Tisch für den Abend bestellt. Das Hotel überraschte uns mit einer liebevollen Vorbereitung. Der Tisch war festlich eingedeckt und geschmückt, eine Flasche Sekt stand bereit, und die Mitarbeiter gratulierten uns herzlich.

Von Norbert bekam ich einen wunderschönen kleinen Ring. ❤️

Wir verbrachten den Abend gemeinsam mit dem Pärchen, das wir im Hotel kennengelernt hatten. Außerdem hatten wir einen Termin mit dem Hotelfotografen, der viele professionelle Bilder von uns machte. Es sind wunderschöne Aufnahmen entstanden, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Wenn ich heute an diesen Tag zurückdenke, war es – abgesehen von unserer Hochzeit selbst – wohl der schönste Hochzeitstag, den wir je hatten.

Wir hatten einfach nur uns. Keine Probleme von außen, keinen Stress und keine Verpflichtungen. Wir konnten den Abend genießen, miteinander lachen und unsere gemeinsame Zeit feiern.

Vielleicht war genau das der Grund, weshalb mir dieser Hochzeitstag so sehr in Erinnerung geblieben ist. Es musste nichts organisiert werden, niemand erwartete etwas von uns, und wir mussten uns um nichts kümmern. Wir waren einfach zusammen.

Manchmal braucht es keine große Feier und keine aufwendigen Geschenke. Manchmal ist es das größte Glück, sich Zeit füreinander nehmen zu können.

Karaoke und ein Geburtstag, der es in sich hatte

Am Abend des 3. Oktober stand Karaoke auf dem Programm. Und natürlich musste ich mitmachen!

Als die Animateure fragten, wer sich beteiligen möchte, meldete ich mich sogar als Erste. Ich sang „Black Coffee“ von Lacy J. Dalton. Davon gibt es auch ein Video, das später bestimmt seinen Platz auf meiner Homepage finden wird.

Ich hatte einfach Spaß. Und genau darum geht es doch im Urlaub: etwas ausprobieren, über sich selbst lachen können und den Moment genießen.

Wir blieben an diesem Abend bis Mitternacht draußen auf der Terrasse. Norbert wollte schließlich in seinen Geburtstag hineinfeiern. Ich hatte allerdings nicht damit gerechnet, welche Eigendynamik der Abend noch entwickeln würde.

Ich machte den Fehler, Norbert draußen auf der Terrasse ein Geburtstagsständchen zu singen. Ein anderer Hotelgast bekam das mit und spendierte ihm zunächst einen Tequila. Aus einem wurden ziemlich schnell mehrere, denn es folgte ein Shot nach dem anderen.

Dabei ist Norbert solche Mengen Tequila überhaupt nicht gewöhnt. Irgendwann wurde es mir zu viel, und gegen ein Uhr ging ich ins Bett. Norbert wollte noch bleiben. Ich hatte zwar schon den Eindruck, dass er inzwischen genug hatte, aber er sah das offenbar anders.

Einige Stunden später kam er schließlich ins Zimmer – ziemlich betrunken. Ich habe mich tatsächlich gewundert, dass er den Weg überhaupt noch gefunden hatte! 😂 Er hatte mit seinem neuen Bekannten sehr feuchtfröhlich in seinen Geburtstag hineingefeiert.

Den 4. Oktober verbrachte Norbert dann größtenteils im Bett und musste die Folgen der vergangenen Nacht auskurieren.

Einerseits tat er mir leid, andererseits musste ich auch ein bisschen lachen. Denn wie heißt es so schön: Wer nicht hören will, muss fühlen.

Ich wollte mir deshalb aber nicht den ganzen Urlaubstag im Zimmer vertreiben. Also verbrachte ich den Nachmittag am Pool, während Norbert sich erholte. Schließlich war ich im Urlaub und wollte meine Zeit auf der Insel genießen. Erst am Abend kam er wieder zum Essen herunter.

So hatte Norbert seinen Geburtstag wohl etwas anders verbracht, als er es sich vorgestellt hatte. Aber die Nacht zuvor hatte er schließlich selbst gestaltet. 😉

Costa Calma und die negativen Hotelbewertungen

Bevor ich unseren Reisebericht abschließe, möchte ich noch etwas zu Costa Calma und den vielen negativen Bewertungen über die Hotelkette sagen. Denn auch solche Eindrücke gehören zu einer ehrlichen Reisegeschichte.

Immer wieder liest man, wie unsauber das Hotel sei, dass auf der Terrasse überall benutzte Gläser und volle Tische herumstünden und dass es dort sogar Ungeziefer gebe.

Ja, wir haben solche Tische gesehen. Und ja, wir haben auch Käfer und sogar Kakerlaken entdeckt. Das möchte ich gar nicht schönreden.

Allerdings sollte man sich auch die Umgebung anschauen, bevor man ausschließlich dem Hotel die Schuld gibt. Als wir das Hotelgelände verließen und uns in Costa Calma umsahen, fiel uns auf, dass es im Ort an vielen Stellen ziemlich vermüllt war.

Als wir uns später genauer über Costa Calma informierten, stießen wir auf Berichte über Probleme mit der Sauberkeit, der Müllabfuhr und der Organisation der kommunalen Dienstleistungen. Dabei wurde auch von Unstimmigkeiten zwischen der Gemeindeverwaltung und den für Reinigung und Müllentsorgung zuständigen Kräften berichtet.

Damit wurde für uns verständlicher, warum wir außerhalb des Hotelgeländes so viel Müll gesehen hatten. Die Probleme schienen nicht allein das Hotel zu betreffen, sondern den Ort insgesamt.

Natürlich können wir nicht mit Sicherheit sagen, woher die Kakerlaken kamen. Der Zusammenhang mit den Problemen bei der Müllentsorgung liegt für uns allerdings nahe.

Auch die vollen Tische auf der Terrasse waren uns aufgefallen. Trotzdem möchte ich eine Lanze für die Mitarbeiter brechen. Wir haben sie als fleißig und bemüht erlebt. Sie waren nicht dafür verantwortlich, dass manche Gäste ihre benutzten Gläser einfach stehen ließen.

Da frage ich mich schon: Muss man wirklich für jedes neue Getränk ein frisches Glas nehmen und das alte einfach auf dem Tisch zurücklassen? Wäre es nicht selbstverständlich, das benutzte Glas beim nächsten Gang zur Bar wieder mit zur Theke zu nehmen?

Für mich gehört das zu einem respektvollen Miteinander. Die Mitarbeiter können schließlich nicht überall gleichzeitig sein und nicht jedem Gast hinterherlaufen.

Natürlich muss ein Hotel für Sauberkeit sorgen und seine Abläufe im Griff haben. Aber auch wir Gäste tragen Verantwortung dafür, wie wir mit unserer Umgebung umgehen. Ein bisschen Rücksicht und gute Manieren sollten im Urlaub genauso selbstverständlich sein wie zu Hause.

Unser persönlicher Eindruck vom SBH Costa Calma Beach Resort war jedenfalls besser, als es manche Bewertungen vermuten ließen. Wir waren mit dem Hotel zufrieden und empfanden es als sauber.

Deshalb mein Rat: Lest Bewertungen ruhig, aber bildet euch nach Möglichkeit auch eine eigene Meinung. Nicht jede negative Erfahrung lässt sich verallgemeinern. Manchmal lohnt es sich, genauer hinzuschauen, bevor man ein Urteil fällt.

Die letzten Urlaubstage

Nach all den Ausflügen, Begegnungen und kleinen Abenteuern ließen wir es in den letzten Tagen ruhiger angehen. Wir saßen an der Poolbar, genossen die Sonne und verbrachten Zeit mit unseren neuen Freunden.

Wir mussten nicht jeden Tag etwas unternehmen. Schließlich waren wir nicht nach Fuerteventura gekommen, um eine Liste mit Sehenswürdigkeiten abzuarbeiten. Wir wollten die Insel erleben, aber ebenso die Ruhe genießen, die uns im Alltag oft fehlte.

Die Katzen am Hotel, die neugierigen Atlashörnchen, die Ibisse vor unserem Zimmer und die vielen kleinen Begegnungen gehörten inzwischen genauso zu unserem Urlaub wie das Meer und die Ausflüge.

Und natürlich verging die Zeit trotzdem viel zu schnell.

Abschied von unserer Insel

Am 8. Oktober 2025 war es schließlich so weit: Wir mussten zurück nach Deutschland.

Schon am Tag zuvor hatte ich mich nicht richtig wohlgefühlt. Ich vermutete, dass ich mir vielleicht eine Erkältung eingefangen hatte. Ob es tatsächlich daran lag, dass ich nach dem Schwimmen in einem ziemlich kalten Pool mit nassem Badeanzug draußen auf der Liege gelegen hatte, kann ich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen.

Am Abreisetag war mir jedenfalls schon früh mulmig zumute. Während der Busfahrt zum Flughafen wurde mir dann immer übler. Die kurvigen, teilweise engen und stark befahrenen Straßen, dazu das ständige Beschleunigen und Abbremsen des Busses, machten die Sache nicht besser.

Leider schaffte ich es nicht mehr rechtzeitig, und kurz vor dem Flughafen musste ich mich übergeben. Ein Mitreisender gab mir zwar eine Tüte, aber die reichte nicht aus. Deshalb mussten wir uns nach der Ankunft am Flughafen erst einmal auf der Toilette umziehen.

Wirklich der Abschied, den man sich für einen schönen Urlaub wünscht! 🙈

Emotional war dieser Moment trotzdem. Diesmal liefen zwar keine Tränen wie bei unserer ersten Rückreise, aber der Abschied von Fuerteventura fiel uns wieder schwer.

Fünfzehn Tage waren länger als unser erster Urlaub mit zehn Tagen. Wir hatten viel erlebt, neue Menschen kennengelernt und die Insel noch ein Stück mehr ins Herz geschlossen. Doch auch diese Reise ging irgendwann zu Ende.

Endlich zu Hause – und eine klare Entscheidung

Mit der Landung war unser Abenteuer allerdings noch lange nicht vorbei.

Gegen 22 Uhr abends kamen wir in München an. Und wieder standen wir vor demselben Problem wie schon beim Hinflug: Dieser Flughafen war für uns einfach viel zu groß!

Wir mussten uns erneut allein in diesem riesigen Areal zurechtfinden. Wo mussten wir hin, um unser Gepäck abzuholen? Und wo sollte unser Chef auf uns warten, der uns abholen wollte? Personal, das uns dabei hätte helfen können, fanden wir nicht.

Als wäre das nicht schon anstrengend genug gewesen, warteten wir dann auch noch über eine Stunde auf unsere Koffer. Nach der langen Reise, meiner Übelkeit auf der Busfahrt und all den Strapazen waren wir irgendwann einfach nur noch völlig erschöpft.

Bis wir endlich zu Hause ankamen, war es tatsächlich schon drei Uhr morgens.

Für uns stand danach endgültig fest: NIE WIEDER MÜNCHNER FLUGHAFEN!

Fuerteventura? Jederzeit wieder! München als Abflughafen? Für uns ganz sicher nicht mehr.

Diese Insel und Costa Calma werden uns wiedersehen

Wenn ich heute an unseren zweiten Urlaub auf Fuerteventura zurückdenke, sind es nicht nur die Strände und Ausflüge, die mir in Erinnerung geblieben sind.

Es sind auch die Begegnungen mit den Menschen, die neuen Freundschaften, die Katzen auf dem Hotelgelände und die Atlashörnchen, die uns immer wieder zum Stehenbleiben brachten. Es sind die Mantas im Hafenbecken, die Ibisse in der Palme vor unserem Zimmer und die kleinen Momente, in denen wir einfach nur zusammensaßen und den Tag genossen.

Unser Hochzeitstag wird für uns immer etwas Besonderes bleiben. Und über Norberts feuchtfröhlichen Geburtstag werden wir vermutlich noch lange lachen.

Natürlich war nicht alles perfekt. Die Heimreise war anstrengend, manches hätte besser laufen können, und auch an unserem Urlaubsort gab es Dinge, die uns nicht gefielen. Aber das gehört zu einer Reise dazu. Es sind nicht nur die perfekten Momente, die eine Geschichte ausmachen.

Am Ende blieb für uns vor allem eines: Wir wollten wiederkommen.

Diesmal sollte es nicht mehr so lange dauern wie nach unserem ersten Urlaub. Denn Fuerteventura war inzwischen mehr als ein Urlaubsziel für uns geworden.

Diese Insel wird uns wiedersehen. Und wir freuen uns schon darauf.