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30 Interessierte entdecken, wie nachhaltige Teichwirtschaft, Artenvielfalt und regionale Lebensmittelproduktion zusammengehören.
Wie wächst ein Bio-Karpfen auf, und welche Bedeutung haben die traditionellen Weiher für Natur und Landschaft? Diesen Fragen gingen rund 30 Interessierte bei einem Bio-Erlebnistag in Trabelsdorf nach. Zum Abschluss der bayerischen Bio-Erlebnistage hatten die Öko-Modellregion Bamberger Land, der Naturpark Steigerwald und die Fischzucht Grimmer zu einem Rundgang durch die Weiherlandschaft eingeladen.
Vom kleinen Setzling bis zum ausgewachsenen Karpfen
Unter der Leitung von Naturpark-Rangerin Verena Kritikos und Fischwirt Louis Grimmer erkundete die Gruppe auf einer etwa zwei Kilometer langen Strecke die Teiche rund um Trabelsdorf. An mehreren Stationen erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die ökologische Karpfenzucht und die tägliche Arbeit eines Fischwirts.
Louis Grimmer erklärte, wie sich ein kleiner Setzlingsfisch bis zum dreijährigen Karpfen entwickelt. Dabei gab er Einblicke in die Abläufe der Teichwirtschaft und berichtete aus seiner praktischen Erfahrung.
Verena Kritikos machte deutlich, dass die Weiher weit mehr sind als reine Fischzuchtanlagen. Sie bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum, tragen zum Wasserrückhalt bei und prägen die fränkische Kulturlandschaft. Gleichzeitig sind sie wichtige Orte für Naherholung und Tourismus.
Naturnah aufgezogen und regional verwurzelt
Ein besonderes Augenmerk lag auf den Eigenschaften des biozertifizierten Karpfens. Die Fische wachsen langsam in naturnahen Teichen heran und ernähren sich überwiegend von natürlicher Nahrung, die sie dort finden. Eine zusätzliche Fütterung ist kaum erforderlich. Wenn zugefüttert wird, kommt dafür regionales Bio-Getreide zum Einsatz.
Die Veranstaltung zeigte anschaulich, wie traditionelle Teichwirtschaft, Artenvielfalt und Landschaftspflege miteinander verbunden sind. Zugleich bildet diese Form der Bewirtschaftung eine Grundlage für eine regionale und nachhaltige Lebensmittelproduktion.
Bio-Karpfen auch kulinarisch entdecken
Zum Abschluss führte der Rundgang zur hauseigenen Fischmanufaktur am Quellensee. Dort stand die Verarbeitung des Fisches im Mittelpunkt. Bei einer Verkostung konnten die Teilnehmenden Bio-Räucherkarpfenfilet und Bio-Karpfencreme probieren.
Das Räucherkarpfenfilet wurde 2024 als „Bayerns bestes Bio-Produkt“ ausgezeichnet. Außerdem erhielten die Gäste Informationen über die regelmäßig stattfindenden „Karpfenmacher“-Kochkurse.
Der Bio-Erlebnistag verband Naturerfahrung, Wissensvermittlung und kulinarischen Genuss. Er machte deutlich, wie wertvoll die traditionellen Weiherlandschaften für die Region sind – als Lebensraum für zahlreiche Arten, als Teil der fränkischen Kulturlandschaft und als Grundlage für nachhaltig erzeugte regionale Lebensmittel.
Quelle: Landratsamt Bamberg, Öko-Modellregion Bamberger Land
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