Ein erweitertes Gewässer südlich von Elsa soll die Artenvielfalt stärken und helfen, Wasser länger in der Landschaft zu halten. Die Arbeiten wurden Anfang Oktober abgeschlossen.
Ein wertvoller Beitrag für Natur und Landschaft: Südlich von Elsa ist ein bestehendes Biotopgewässer erweitert und ökologisch aufgewertet worden. Die rund 3.000 Quadratmeter große Wasserfläche soll künftig zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten und zugleich den Wasserrückhalt in der Region verbessern.
Die Arbeiten begannen Anfang September nach einem längeren wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren und erfolgreicher Fördermittelbeantragung. Anfang Oktober konnte die Maßnahme abgeschlossen werden.
Aus einem verlandeten Teich wird ein wertvolles Biotop
Rund 2.000 Quadratmeter der bestehenden Teichfläche waren stark verlandet und größtenteils trockengefallen. Dieser Bereich wurde entschlammt und teilweise von Bewuchs befreit. Durch die Vergrößerung und Vertiefung kamen gut 1.000 Quadratmeter hinzu.
Das zusätzliche Wasservolumen soll dazu beitragen, dass das Gewässer auch bei längeren Trockenperioden nicht vollständig austrocknet.
Lebensraum für zahlreiche Arten
Von dem Biotop können viele Tiere profitieren, die auf Feuchtgebiete und Gewässer angewiesen sind. Dazu gehören verschiedene Vogelarten wie Eisvogel, Wasserralle und Teichrohrsänger. Auch Amphibien wie Gras- und Teichfrosch sowie Teichmolch finden hier geeignete Lebensbedingungen.
Darüber hinaus bieten die Wasserflächen Fledermäusen Jagdgebiete. Auch Libellen, gefährdete Insekten und kleinere Säugetiere können von dem neu gestalteten Lebensraum profitieren. Am Ufer wachsen unter anderem Seggen, Schwanenblume und Sumpfdotterblume. Der vorhandene Schilfgürtel soll sich nach Abschluss der Bauarbeiten wieder vollständig entwickeln.
Wasser speichern und Trockenheit entgegenwirken
Das Biotop erfüllt nicht nur eine wichtige Funktion für den Artenschutz. Es kann Wasser aus dem Winterhalbjahr aufnehmen und speichern sowie bei kleineren Hochwasserereignissen Wasser aus einem benachbarten Graben vorübergehend zurückhalten.
Bei Trockenheit wird überschüssiges Wasser langsam wieder abgegeben. Dieser verzögerte Abfluss kann dazu beitragen, dass angrenzende Bäche länger Wasser führen und Wasserlebewesen auch bei geringen Niederschlägen bessere Lebensbedingungen vorfinden.
Auch ein Biber lebt ganzjährig in dem Gebiet und hat dort eine große Burg angelegt. Durch seine Aktivitäten kann er den Wasserabfluss zusätzlich verlangsamen.
Gemeinsam für Natur und Heimat
Eigentümer der Fläche ist der Biolandhof Knauf, der das Grundstück für die Maßnahme bereitgestellt hat. Umgesetzt wurde das Projekt vom Landschaftspflegeverband Coburger Land e. V. Die Habermaass-Stiftung übernahm die Hälfte der Gesamtkosten und ermöglichte damit einen wesentlichen Teil der Finanzierung.
Bad Rodachs Bürgermeister Tobias Ehrlicher betonte die Bedeutung des Projekts für den Naturschutz und die Widerstandsfähigkeit der Heimat gegenüber Trockenheit und Hitze. Auch Armin Knauf sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Verantwortung der Landwirtschaft für Natur und Landschaft.
Mit dem Abschluss der Bauarbeiten beginnt nun die Beobachtungsphase. In den kommenden Monaten und Jahren wird sich zeigen, wie sich der Wasserrückhalt entwickelt und welche Tier- und Pflanzenarten den erweiterten Lebensraum besiedeln oder in das Gebiet zurückkehren.
Bildnachweis: Elvira Löwel


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